Der Avatar von Regina sitzt vor einem PC und nacht den KI-Fitnesstest einer Webseite

Bei Google ganz oben, aber ChatGPT nennt deine Firma nicht

Zuletzt aktualisiert am: 04/8/26

Du gibst den Namen deiner Firma bei Google ein und dein Unternehmen steht ganz oben. Dann probierst du es bei ChatGPT. Statt deiner Firma nennt die KI zwei Wettbewerber, die bei Google deutlich weiter unten stehen.

Google und KI-Systeme bewerten Websites unterschiedlich. Deshalb reicht eine gute Google-Platzierung heute oft nicht mehr aus.

Das Wichtigste in Kürze

Was unterscheidet Google-Suche von KI-Suche?

Google und ChatGPT greifen beide auf Informationen aus dem Internet zu. Trotzdem unterscheiden sie sich in einem entscheidenden Punkt.

  • Google zeigt dir eine Liste mit Websites. Welche davon du besuchst, entscheidest du selbst.
  • ChatGPT, Perplexity oder Gemini nehmen dir diese Auswahl ab. Sie formulieren direkt eine Antwort und wählen dafür Quellen aus, die sie für besonders hilfreich und vertrauenswürdig halten.


Deshalb achten beide Systeme auf unterschiedliche Schwerpunkte.

Google KI-Systeme
Zeigt eine Liste mit Suchergebnissen Formuliert direkt eine Antwort
Nutzer entscheidet, welche Website er besucht KI wählt passende Quellen aus
Bewertet viele Rankingsignale wie Inhalte, Technik und Verlinkungen Bewertet zusätzlich, wie verständlich, eindeutig und zitierfähig Informationen sind

Warum dir eine gute Google-Platzierung nicht mehr reicht

Viele Unternehmer investieren viel in Suchmaschinenoptimierung. Das ist nach wie vor wichtig. Trotzdem taucht ihre Website bei ChatGPT kaum oder gar nicht auf. Der Grund ist einfach. Google möchte dir passende Suchergebnisse zeigen. Eine KI möchte deine Frage beantworten. Dafür sucht sie nach Informationen, die sie leicht verstehen und zuverlässig einordnen kann.

Dazu kommt ein weiterer Trend. Immer mehr Menschen klicken gar nicht mehr auf Suchergebnisse. Laut SparkToro, 2024 enden inzwischen rund 60 Prozent aller Google-Suchen ohne einen Besuch auf einer Website, weil die Antwort bereits in den Suchergebnissen erscheint. Bei Suchanfragen mit KI-Zusammenfassungen kann dieser Anteil noch deutlich höher liegen. Untersuchungen von Seer Interactive (Auswertung von über 3.000 Suchbegriffen) zeigen außerdem, dass die Klickrate auf klassische Suchergebnisse je nach Suchanfrage deutlich sinken kann.

Diese Entwicklung setzt sich in Googles eigenem AI Mode fort, den Google im Mai 2026 auf der I/O-Konferenz mit 1 Milliarde monatlich aktiven Nutzern vorstellte. Nur rund 14 Prozent der dort zitierten Quellen überschneiden sich mit denen der klassischen AI Overviews. Für einzelne Websites ist dadurch laut Branchenschätzungen ein Traffic-Verlust von bis zu 64 Prozent möglich, selbst wenn sie in den AI Overviews vertreten sind.

Wenn deine Website für KI-Systeme keine geeignete Quelle ist, verlierst du also Sichtbarkeit, obwohl dein Google-Ranking vielleicht hervorragend aussieht.

3 Dinge, eine KI braucht, um deine Website als Quelle zu nutzen

Eine KI betrachtet deine Website anders als ein Mensch. Sie sieht zuerst den HTML-Code und versucht daraus zu verstehen, wer du bist, was du anbietest und warum deine Informationen vertrauenswürdig sind. Damit das gelingt, müssen drei Dinge zusammenspielen: Technik, Inhalte und Vertrauen.

1. Die Technik muss stimmen

Bevor eine KI deine Inhalte nutzen kann, muss sie deine Website überhaupt erreichen und lesen können. Dazu gehören unter anderem:
Fehlen diese Grundlagen oder sind sie fehlerhaft eingerichtet, kann es passieren, dass deine Website nur teilweise oder gar nicht berücksichtigt wird.

2. Deine Inhalte müssen Fragen beantworten

Viele Unternehmenswebsites klingen gut, sagen aber wenig aus. Sätze wie „langjährige Erfahrung“, „individuelle Lösungen“ oder „höchste Qualität“ lesen sich zwar gut, liefern einer KI aber kaum verwertbare Informationen. Sie sucht nach konkreten Fakten.

Zum Beispiel:

Je konkreter deine Aussagen sind, desto leichter kann eine KI sie verstehen, einordnen und als Quelle verwenden. Hilfreich sind außerdem Inhalte, die typische Fragen direkt beantworten. FAQ, Tabellen, Schritt-für-Schritt-Anleitungen oder kurze Definitionen lassen sich für KI-Systeme oft leichter erfassen als lange Fließtexte.

3. Deine Website muss Vertrauen schaffen

Am Ende stellt sich jedes KI-System dieselbe Frage: Kann ich dieser Quelle vertrauen?

Deshalb helfen echte Referenzen, Kundenstimmen, nachvollziehbare Zahlen, konkrete Beispiele und aktuelle Inhalte. Genau diese Informationen stärken auch die Qualitätsmerkmale, die Google unter dem Begriff E-E-A-T (also Erfahrung, Fachwissen, Autorität und Vertrauenswürdigkeit) zusammenfasst.

Diese Fehler sorgen häufig dafür, dass KI-Systeme deine Website übersehen

In den letzten Monaten habe ich viele Websites darauf geprüft, warum sie bei ChatGPT kaum oder gar nicht auftauchen. Die Ursachen sind eigentlich immer die gleichen:

KURZ GESAGT:

Oft ist es nicht ein einzelner großer Fehler. Erst mehrere kleine Schwachstellen zusammen sorgen dafür, dass eine Website für KI-Systeme weniger interessant wird.

So findest du heraus, wie gut deine Website vorbereitet ist

Du musst dafür nicht selbst durch den Quellcode deiner Website graben. Der kostenlose KI-Fitness-Test prüft sechs technische Kriterien online und zeigt dir sofort, ob deine Webseite die technischen Voraussetzungen erfüllt, damit KI-Systeme sie lesen können.

Was du davon hast, wenn KI dich kennt

Wenn deine Website für KI-Systeme verständlich aufgebaut ist, steigt die Chance, dass sie als Quelle ausgewählt wird. Eine Garantie gibt es nicht. Aber du verbesserst deine Voraussetzungen deutlich. 

Wie stark sich das lohnen kann, zeigt eine aktuelle Entwicklung bei ChatGPT: Der Anteil der Antworten mit Quellenangabe stieg innerhalb eines Jahres von rund 1 auf knapp 7 Prozent. Nach einem Update im Mai 2026 verdoppelten sich zeitweise die Besuche, die über solche Quellenangaben kamen, Homepage-Aufrufe stiegen von etwa 25 auf knapp 60 Prozent (laut Similarweb, berichtet auch bei heise.de; Similarweb nennt zur eigenen Methodik keine genauen Angaben). Wer als Quelle genannt wird, gewinnt damit nicht nur Sichtbarkeit, sondern echte Besucher auf der eigenen Website. 

Das bringt dir mehrere Vorteile:

Fazit: Digitale Autorität statt nur guter Rankings

Eine gute Platzierung bei Google bleibt wichtig. Daran wird sich so schnell nichts ändern.

Gleichzeitig verändert sich aber die Art, wie Menschen nach Informationen suchen. Immer mehr Nutzer stellen ihre Fragen direkt einer KI und erwarten sofort eine verständliche Antwort.

Deshalb reicht es heute nicht mehr aus, nur für Suchmaschinen zu optimieren.
Deine Website sollte auch so aufgebaut sein, dass KI-Systeme ihre Inhalte verstehen, einordnen und als vertrauenswürdige Quelle nutzen können. Genau diese Kombination nenne ich digitale Autorität.

Sie entscheidet immer häufiger darüber, ob deine Firma bei einer Anfrage überhaupt in die engere Auswahl kommt, ganz gleich, ob die Suche über Google oder eine KI beginnt.

Häufige Fragen zum Thema ChatGPT-Sichtbarkeit

Nein. SEO bleibt die Grundlage, damit deine Website bei Google gefunden wird. Wenn du auch bei ChatGPT und anderen KI-Systemen sichtbar sein möchtest, braucht deine Website zusätzlich klare Inhalte, strukturierte Daten und weitere Signale, die KI-Systeme leicht verstehen und als Quelle nutzen können.

Es gilt für alle gängigen KI-Systeme. Die technischen und inhaltlichen Grundlagen, die eine Website braucht, um als Quelle zu gelten, sind bei ChatGPT, Perplexity, Claude und Google Gemini vergleichbar. ChatGPT steht hier stellvertretend, weil es das bekannteste System ist.
Nein. In den meisten Fällen reichen gezielte Anpassungen an Technik und Inhalten aus. Welche das sind, hängt vom aktuellen Zustand deiner Website ab. Der KI-Fitness-Test zeigt dir, an welchen Stellen Verbesserungen sinnvoll sind.

Das ist unterschiedlich. Entscheidend ist, welche Anpassungen vorgenommen wurden und wann Suchmaschinen und KI-Systeme deine Website erneut erfassen. Deshalb gibt es dafür keinen festen Zeitrahmen.

Für eine KI zählt am Ende vor allem, was auf deiner Website steht. Dennoch ist ein vollständiges Google-Unternehmensprofil ein wichtiger Baustein für die lokale Sichtbarkeit und ein Signal, das auch KI-Systeme miteinbeziehen. Es ersetzt aber nicht die Arbeit an der Website selbst. Tipp: Wichtig sind aktuelle Angaben zu Name, Adresse und Öffnungszeiten, eine vollständige Liste deiner Leistungen und regelmäßige Rezensionen. Achte darauf, dass die Angaben überall (Profil, Webseite, Branchenverzeichnisse) im selben Format stehen, zum Beispiel durchgehend „0221 123456“ statt mal mit Leerzeichen, mal mit Klammern oder Schrägstrichen.

Über die Autorin

Regina Tschöpe ist Webdesignerin für den Mittelstand. Sie entwickelt Websites und Karriereseiten für Unternehmen im Raum Köln und Rhein-Erft-Kreis. Die studierte Betriebs- und Kommunikationswirtin bringt dabei den Blick einer Unternehmerin mit: Denn Regina Tschöpe hat über 20 Jahre lang selbst eine Werbeagentur und ein Fotostudio geführt. Sie kennt den Unternehmeralltag aus eigener Erfahrung und weiß, worauf es ankommt, wenn eine Website Kunden gewinnen und Mitarbeiter finden soll. In ihrem Blog schreibt sie über digitale Sichtbarkeit für den Mittelstand: von Karriereseiten und barrierefreiem Webdesign bis zu KI-Systemen wie ChatGPT und Perplexity.

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