zwei smartphones: Google versus ChatGPT

Platz 1 bei Google reicht nicht mehr, wenn ChatGPT direkt antwortet

Zuletzt aktualisiert am: 04/8/26

Ein Kunde tippt seine Frage in ChatGPT, liest die Antwort, schließt den Chat. Er hat nie eine Website geöffnet. Auch nicht deine, obwohl du bei Google weit oben stehst. Und das hat erstmal gar nichts damit zu tun, ob eine KI deine Firma kennt oder nicht.

Mir geht es hier um etwas Grundsätzlicheres: Ein wachsender Teil der Suchen endet inzwischen, ohne dass der Nutzer eine einzige Website öffnet.

Das Wichtigste in Kürze

Der Klick verschwindet als Idee

Du kennst das inzwischen: Du gibst etwas bei Google ein und bekommst direkt eine Antwort. Als Kurzfassung, als Info-Kasten und immer häufiger als KI-Zusammenfassung. Diese Antwort erscheint noch vor den gesponserten Links. Websites ohne Google-Ads erscheinen noch weiter unten. Das wundert es nicht, dass immer weniger Menschen überhaupt noch auf eine Webseite klicken.

Quelle Zahl Was das bedeutet
SparkToro, 2024 Nur 4 von 10 Suchen führen noch zum Klick Die Mehrheit bekommt ihre Antwort, ohne eine Website zu öffnen
Similarweb, laut heise.de 2026 KI-Zusammenfassungen bei Google: von 15 auf 45 Prozent in einem Jahr gestiegen Der Anteil wächst schnell
Similarweb, laut heise.de 2026 Google AI Mode: von 120 auf 280 Millionen monatliche Besuche (Juni 2025 bis Mai 2026) gestiegen Googles eigener Antwortmodus gewinnt rasant an Nutzern
Hinweis: Similarweb legt seine Methodik nicht vollständig offen, andere Studien nennen daher teils abweichende Werte.

Meine Einschätzung dazu: Der Vorsprung durch eine gute Google-Platzierung schmilzt schneller, als viele meiner Kunden glauben. Wer sich jetzt noch allein auf sein Ranking verlässt, verliert in ein bis zwei Jahren den Anschluss.

Noch aufschlussreicher als die reine Verbreitung ist, woher eine KI ihre Zitate nimmt. Ahrefs hat 863.000 Keywords und rund 4 Millionen AI-Overview-URLs ausgewertet: Der Anteil der KI-Zitate, die aus den obersten zehn Google-Ergebnissen stammen, ist von 76 Prozent im Juli 2025 auf 38 Prozent im März 2026 gefallen. Platz 1 bei Google ist damit nicht nur weniger wert, weil seltener geklickt wird. Er ist auch keine Voraussetzung mehr dafür, von einer KI zitiert zu werden.

Was das konkret für dein Unternehmen bedeutet

Wie eine KI dich überhaupt in Betracht zieht, hängt davon ab, welche Art von Frage jemand stellt.

Wenn jemand direkt nach einem Anbieter sucht

Bei einer Suche wie „Steuerberater Köln Innenstadt“ greift bei Google oft noch ganz normal die Linkliste. Deine Platzierung zählt hier weiterhin, so weit ist alles in Ordnung.

Aber: Ein wachsender Teil der Menschen stellt diese Frage gar nicht mehr bei Google. Er fragt direkt ChatGPT oder Perplexity. Die KI nennt auch bei dieser Art von Frage einige wenige Unternehmen mit Links, aber nur dann, wenn deren Website ihr klare, nachprüfbare Informationen liefert. Tut deine Website das nicht, kommst du in dieser Suche nicht vor. Mit dem Ergebnis, dass dir Anfragen verloren gehen, ohne dass dir klar wird, warum.

Art der Suche Frage (Beispiel) Suchweg Voraussetzung Nutzen
Nach einem Anbieter „Steuerberater Köln Innenstadt“ Google SEO-Optimierung Du wirst gefunden und verlinkt.
Chance auf Klicks
Nach einem Anbieter „Steuerberater Köln Innenstadt“ ChatGPT, Perplexity KI-Optimierung Du wirst evtl. genannt und verlinkt.
Chance auf Klicks
Nach einer Antwort „Fristen Steuererklärung 2026 NRW“ Google AI Overviews, Perplexity, ChatGPT Fachartikel, Blogbeitrag, valide Infos auf der Website,
KI-optimiert
Google AI Overviews, Perplexity:
du wirst evtl. als Quelle zitiert und verlinkt,
Chance auf Klicks.
ChatGPT:
du wirst evtl. mit Namen zitiert,
Chance auf Kompetenzgewinn

Wenn jemand nach Antworten sucht

Bei einer anderen Art von Frage sieht die Sache anders aus. Jemand fragt zum Beispiel: „Welche Fristen gelten für die Steuererklärung 2026 in NRW?“ Hier sucht niemand aktiv nach einem Steuerberater. Trotzdem kann die KI ihre Antwort auf einen Fachartikel oder den Blogbeitrag eines Steuerberaters stützen. Google AI Overviews und Perplexity zeigen bei dieser Art von Antworten meist anklickbare Quellen, ChatGPT oft nicht.

Jetzt wirst du dir die gleiche Frage stellen, die ich oft von meinen Kunden höre: 

„Wenn ChatGPT bei so einer Antwort ohnehin keine Quelle zeigt, wozu soll ich mich dann überhaupt kümmern?“ 

Meine Antwort: 

Wer sich nicht kümmert, verspielt die Chance, überhaupt genannt zu werden. Denn bei Google AI Overviews und Perplexity kommt durchaus die Chance auf einen echten Klick dazu. Und selbst ganz ohne Link wirkt ein Unternehmen automatisch kompetenter, wenn eine KI es als Quelle heranzieht, und hebt sich damit von der Masse der Mitbewerber ab. Ein deutlicher Wettbewerbsvorsprung.“

Wenn du jetzt wissen willst, was du tun musst, damit du eine Chance hast, eine Quelle von KI zu werden, empfehle ich dir meinen Blogbeitrag „Bei Google ganz oben, aber ChatGPT nennt deine Firma nicht“ oder gerne auch mein Angebot „KI-Fitness-Programm für Websites“.

Diese Fehler sorgen häufig dafür, dass KI-Systeme deine Website übersehen

In den letzten Monaten habe ich viele Websites darauf geprüft, warum sie bei ChatGPT kaum oder gar nicht auftauchen. Die Ursachen sind eigentlich immer die gleichen:

KURZ GESAGT:

Oft ist es nicht ein einzelner großer Fehler. Erst mehrere kleine Schwachstellen zusammen sorgen dafür, dass eine Website für KI-Systeme weniger interessant wird.

Fazit: Bei Google oben stehen ist gut und bleibt gut, reicht aber nicht mehr

Du musst zur KI-Quelle werden. Eine gute Position bei Google bleibt wichtig, das ändert sich nicht über Nacht. Aber sie entscheidet nicht mehr allein. Ein Teil deiner Kunden bekommt seine Antwort heute, bevor er überhaupt eine Website ansteuert. Die Frage lautet deshalb nicht mehr nur, ob du gefunden wirst, sondern ob du in dieser Antwort vorkommst. Deshalb reicht es heute nicht mehr aus, nur für Suchmaschinen zu optimieren.

Deine Website sollte auch so aufgebaut sein, dass KI-Systeme ihre Inhalte verstehen, einordnen und als vertrauenswürdige Quelle nutzen können. Genau diese Kombination nenne ich digitale Autorität.

Häufige Fragen zu Zero-Click-Suchen und KI-Sichtbarkeit

Kaum. Genau das macht das Thema tückisch: Deine Platzierung bei Google, Klicks und Impressionen können unverändert gut aussehen, während ein Teil deiner potenziellen Kunden längst über eine KI-Antwort abgewandert ist, ohne dass das irgendwo in deinen Zahlen auftaucht. Der KI-Fitness-Test zeigt dir schon mal, ob deine Website die technischen Voraussetzungen mitbringt, in solchen Antworten überhaupt vorzukommen.

Rund 6 von 10, das zeigt eine Auswertung von SparkToro aus dem Jahr 2024: 58,5 Prozent in den USA, 59,7 Prozent in Europa. Tendenz steigend.

Eindeutig ja. Gerade bei Suchen mit klarer Absicht, etwa nach einem bestimmten Dienstleister in einer bestimmten Stadt, formulieren KI-Systeme zunehmend direkte Empfehlungen statt einer Liste mit Links.

Ein wachsender Teil schon. Eine McKinsey-Befragung von August 2025 unter knapp 2.000 Menschen kommt zu dem Ergebnis: 44 Prozent nennen KI-Suchmaschinen inzwischen als ihre wichtigste Quelle für Kaufentscheidungen, noch vor der klassischen Suche mit 31 Prozent.

Mit meinem kostenlosen KI-Fitness-Test. Der prüft in wenigen Minuten sechs technische Kriterien:

  • Erreichbarkeit deiner Website,
  • HTTPS-Verschlüsselung,
  • ob deine robots.txt-Datei KI-Crawler wie GPTBot und ClaudeBot zulässt,
  • ob eine llms.txt vorhanden ist, ob strukturierte Daten nach Schema.org hinterlegt sind, und
  • ob Meta-Titel und -Beschreibung gepflegt sind.

 

Du bekommst das Ergebnis leicht verständlich als Ampel.

Über die Autorin

Regina Tschöpe ist Webdesignerin für den Mittelstand. Sie entwickelt Websites und Karriereseiten für Unternehmen im Raum Köln und Rhein-Erft-Kreis. Die studierte Betriebs- und Kommunikationswirtin bringt dabei den Blick einer Unternehmerin mit: Denn Regina Tschöpe hat über 20 Jahre lang selbst eine Werbeagentur und ein Fotostudio geführt. Sie kennt den Unternehmeralltag aus eigener Erfahrung und weiß, worauf es ankommt, wenn eine Website Kunden gewinnen und Mitarbeiter finden soll. In ihrem Blog schreibt sie über digitale Sichtbarkeit für den Mittelstand: von Karriereseiten und barrierefreiem Webdesign bis zu KI-Systemen wie ChatGPT und Perplexity.

Weitere Artikel

Cookie Consent mit Real Cookie Banner